Kirchenbrand

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Im Jubiläumsjahr unserer Pfarrkirche erschien monatlich im Pfarrbrief eine Folge über die Umstände des Kirchenbrandes und den Neuaufbau von St. Michael - verfasst von Günther Heß

 1. Kirchenbrand und Neuaufbau

Der 26. Februar 1903 brachte morgens ein „Engelamt“ mit ausgesetzter Monstranz, Orgelklang und kleiner Prozession durch die Pfarrkirche. Dann eilten die Frauen in Stall und Küche, die Kirchenräte an ihre Arbeit, der Organist zum Schulunterricht und der Geistliche zum Frühstück, denn damals durfte man die Eucharistie nur nüchtern empfangen.

Mancher Gedanke ging wohl an die helle, freundliche Saalkirche, die den Stadtsteinachern ans Herz gewachsen war. Pfarrer Johann Wagner (1769-1779) hatte sie im Rokoko-Stil bauen lassen. Drei Altäre fanden darin Platz: Der Hochaltar zu Ehren des Heiligen Michael, Der Muttergottes-Altar zu Ehren von Mariä Himmelfahrt und der Apostelaltar. An der Kirchendecke sah man Bilder aus der Geheimen Offenbarung des Johannes und vom Kampf Michaels mit dem Bösen. Namhafte fränkische Künstler hatte die Kirche verschönt: Konrad Fink (Bamberg), Konrad Pohl (Kronach), Pankraz Fries (Kronach), Friedrich Theiler (Ebermannstadt), Johann Wolfgang Ditterich (Lichtenfels), Roth aus Burgkunstadt, Link aus Forchheim, Matthias Müller und Johann Heinrich Thalwitz aus Stadtsteinach. Doch bereits 1785, als diese Kriche durch Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal feierlich eingeweiht wurde, hatte sich der Zeitgeschmack vom Rokoko abgewandt. Wie der Stadtsteinacher Lehrer und Heimatforscher Simon Köstner geklagt, wurde im 19. Jahrhundert das einheitliche Bild unserer Pfarrkirche entstellt: Auf den Fußboden aus gelbem Sandstein legte man eine dicke Zementschicht; 1882 wurde die alte Orgel entfernt, samt „ihrem im Rokokostil geschnitzten Gehäuse“; 1884 hat man die dunkelbraun gehaltenen, reich vergoldeten Nebenaltäre „mit Ölfarben überschmiert“. Ausgemerzt wurden „die alten im Rokoko gehaltenen Beichtstühle mit geschnitzten Profilen, die zur Hälfte aus Eichenholz waren“. Trotz all dieser Verunstaltungen enthielt die Rokoko-Kirche um 1900 noch viel Schönes, und die Pfarrkinder fühlten sich dort wohl und geborgen.
 

Doch zurück zum 26. Februar 1903! Gegen 11 Uhr erscholl der Ruf: „Die Kappermühle (=Kapellmühle) brennt!“ Vermutlich war dieser Brand durch zündelnde Kinder entstanden.


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. Die Kirche brennt!

In kürzester Zeit war die Kapellmühle samt einem daneben stehenden Stadel heruntergebrannt. Ein starker Wind trieb Funken und kleine Holzteile hoch in die Luft, gerade auf den Kirchturm zu, der bei dieser Kirche nach Osten sah. Am Turm hatten Dohlen Nester gebaut, die entzündeten sich, und das Feuer verbreitete sich über die Dachsparren.
 

Der Türmer war zur Brandzeit - mit Genehmigung des Bürgermeisters - in Kulmbach um einzukaufen; andernfalls hätte er das Feuer schnell unter Kontrolle gebracht. Während sich die Feuerwehr noch bemühte, den Brand bei der Kapellmühle endgültig zu ersticken, erscholl der Ruf: „Die Kirche brennt!“ Doch zu diesem Zeitpunkt war das Unheil nicht mehr abzuwenden. Das Feuer breitete sich im Kirchturm rasch aus. Der Rauch war unerträglich;  die zahlreich herbeibeeilten Feuerwehren mussten sich auf den Schutz der umstehenden Häuser beschränken. Unter Einsatz seines Lebens barg Kaplan Mayer das Allerheiligste vom Hochaltar; auch einige Bilder und Figuren konnten aus der Kirche gerettet werden. Hoch auf dem Kirchturm fand die Kuppel mit dem Kreuz keinen Halt mehr; sie stürzte auf das Kirchendach und durchschlug es, worauf der Kirchenboden sich sofort entzündete. Kurz darauf sausten die Glocken in die Tiefe und gaben im Fall einen dumpfen Ton von sich. Nach zwei Stunden war die Kirche völlig ausgebrannt.
 

Drei Tage später, am 1. März, berichtete Pfarrer Andreas Schmitt an das Ordinariat Bamberg, die hiesige Pfarrkirche sei am 26. Februar von ½ 12 Uhr bis 2 Uhr völlig niedergebrannt. Wer war Pfarrer Schmitt? Geboren am 28. September 1837 als Sohn eines Lehrers, wurde er 1861 zum Priester geweiht, war als Kooperator in Mainroth und Oberailsfeld tätig, als Kaplan in Seßlach und Buttenheim, 1867 wurde er Pfarrverweser in Buttenheim, 1875 Pfarrer in Ludwag. Seit 1892 war Schmitt Pfarrer in Stadtsteinach, stand zu Zeit des Kirchenbrandes im 66. Lebensjahr, litt viele Jahre an einer epileptischen Krankheit und hat sicherlich einen ruhigeren Lebensabend erhofft. Schmitt lebte sehr einfach und sparsam; er hatte beständig 5 oder 6 Schwestern und Nichten bei sich. Übrigens hat Schmitt bis zu seinem Tod am 21. Februar 1916 unsere Pfarrer betreut.

 

3. Wo finden nun die Messfeiern statt?

Mit Aufgaben und Problemen sah sich Pfarrer Schmitt nach dem Kirchenbrand überhäuft. Die Gottesdienste legte er zunächst in die Marienkapelle; dort bewahrte er das „Allerheiligste“ (die Monstranz) auf. Die Friedhofskapelle, so berichtet er dem Bamberger Ordinariat, sei 1866 erbaut und mit einem Fassungsvermögen 150 bis 200 Personen deutlich größer als die Marienkapelle. Bisher sei sie nicht „benediciert“ (gesegnet); es seien dort noch nie Messen gefeiert worden. Schmitt bat nun das Ordinariat um Erlaubnis, die Friedhofskapelle, nach Abschluss notwendiger Reparaturen, benedicieren zu dürfen, als Voraussetzung für künftige Messfeiern in dieser Kapelle. Entgegen dem Wunsch des Bamberger Generalvikariates beließ Schmitt das Allerheiligste und die geweihten Hostien in der Marienkapelle, aus Sicherheitsgründen. Wenn Pfarrkinder in der Friedhofskapelle kommunizieren wollten, mussten sie das vorher anmelden; die Hostien wurden dann - abgezählt - aus der Marienkapelle hingebracht. Benefiziat Ultsch, der neben Pfarrer Schmitt und Kaplan Mayer die hiesige Seelsorge versah, hielt täglich eine Messfeier in der Friedhofskapelle, sonntags mit Predigt.

Neue Schwierigkeit: Altäre enthielten in der Regel Reliquien von heilig gesprochenen Persönlichkeiten. Die Reliquien aus den Nebenaltären der abgebrannten Pfarrkirche hatte beim Kirchenbrand der mutige und umsichtige Kaplan Mayer gesichert; die wollte nun Schmitt in den Altar der Friedhofskapelle einsetzen. Das Generalvikariat entschied jedoch, diese Reliquien seien nicht mehr zu verwenden. Ein Bote aus Stadtsteinach müsse die Reliquien in Bamberg abliefern; er bekomme dafür aus der „Erzb. Impressenstiftung“ einen tragbaren Altar. Die drei Stadtsteinacher Geistlichen erhielten abwechselnd die Erlaubnis, am Sonntag mehrmals die Messe zu lesen; normalerweise war dies den Geistlichen nur zu Allerseelen und Weihnachten erlaubt.

Für die Gottesdienste war nun gesorgt. Doch wie stand es um den Wiederaufbau der Pfarrkirche?

4. Der Wiederaufbau der Pfarrkirche

Im Sommer 1903 glaubte noch ein Teil der Stadtsteinacher Bevölkerung, man könne „die abgebrannte Pfarrkirche durch Aufsetzen eines neuen Daches wiederherstellen, so dass die Erbauung einer neuen Kirche unnötig sei“. Von derartigen Gedankengängen erfuhr das Generalvikariat und beantragte bei der Regierung von Oberfranken, man möge eine bauverständige Kommission nach Stadtsteinach senden, um in dieser Frage eine Entscheidung herbeizuführen. Die Regierung verlange Wiederaufbau; hierbei solle man „von jeder Wiederverwendung des alten Mauerwerkes absehen“. Tatsächlich aber wurden Reste des alten Mauerwerkes mit verwendet, was bei der Stylähnlichkeit der alten und der neuen Kirche möglich und sinnvoll war. Auf eine ursprünglich angebotene Sprengung des Kirchturms hatte die Kircheverwaltung wegen der damit verbundenen Gefahren verzichtet.

Finanzielle Hilfe kam von oben: Am 28. Januar 1904 bewilligte das Generalvikariat in Bamberg 140 Mark(!) „zum Wiederaufbau der Pfarrkirche“. Am 4. März monierte das Generalvikariat, diese 140 Mark lägen „heute noch unerhoben und zinslos hier“ in Bamberg. Am 18. April bedankte sich Schmitt für die „gnädigst bewilligten“ 140 Mark. Er entschuldigte sich, wegen seiner „Unpässlichkeit“ könne er das Geld nicht abholen, bat um Überweisung des Geldes, legte ein Formblatt bei und schloss sein Schreiben: „Die durch verspätetes Abholen entgangenen Zinsen wird der ehrerbietigste gehorsamste Unterzeichnete berechnen und aus eigener Tasche zum Besten des Kirchenbaues ersetzen, denn dergleichen Auslagen wie Porto usw. hat derselbe (Schmitt) seit dem Kirchebrande immer auf sich genommen und es als einstweilige Beitrag zum Kirchenbau betrachtet.“ Der Bewilliger der 140 Mark war ein kleiner und kleinlicher Referent im Generalvikariat. Den Generalvikar selber nennt Schmitt in Briefen seinen „lieben Freund“; ihn hat der Pfarrer aus den Einzelfragen beim Wiederaufbau herausgehalten.

Dass mit diesen 140 Mark keine großen Sprünge zu machen waren, ist dem Leser klar. Doch hatte der damals in Bayern regierende Prinzregent Luitpold den Stadtsteinachern eine „Sammlung durch Erlassung von Aufrufen“ bewilligt. Also sandte man Inserate an mehr als 20 Tageszeitungen.

5. Spenden für die Kirche

Die Inserate der Stadtsteinacher Kirchenverwaltung enthielten folgenden Text:

„Herzliche Bitte! Am 26. Februar 1903 wurde unsere schöne, frei und hoch gelegene katholische Pfarrkirche durch Übertragung der Funken von einer weit entfernt gelegenen in Flammen geratenen Mühle total zerstört Die Kirche war mit Rücksicht auf ihre isolierte Lage bloß mit 33970 Mark brandversichert. Der die Baulast tragenden Kirchenstiftung stehen nur inklusive der Brandentschädigung ca. 45000 Mark an Baukapital zu Gebote, während die Kosten des Rohbaues dem Voranschlage gemäß sich auf 162000 Mark belaufen; hierzu der Aufwand für die innere Einrichtung, als: Altäre, Glocken, Orgel usw. gerechnet, ergibt sich eine Bedarfsumme von mindestens 200000 Mark.

Die hiesige ca. 2100 Einwohner zählende Pfarrgemeinde, die zur Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnis auf eine ca. 200 Menschen fassende Kapelle angewiesen ist, besteh vorzugsweise aus Kleingütlern, Handwerkern und Tagarbeitern, für welche wegen der unvermeidliche drückenden Umlagen eine schwere Zeit anbricht.

In unserer Not wenden wir uns an alle teilnahmsvollen Herzen mit der dringenden Bitte, ein Scherflein zu unserem Kirchenbau beizutragen. Gott wird es ihnen lohnen. Hiezu erlauben wir uns zu bemerken, dass Seine Königliche Hoheit Prinzregent Luitpold in Rücksicht auf die traurige Lage der Pfarrgemeinde unterm 13. Februar laufenden Jahrs die Erlassung eines öffentlichen Aufrufs in den Zeitungen des Königreiches Bayern allergnädigst zu bewilligen geruht haben.

Stadtsteinach, den 6. April 1904

Die katholische Kirchenverwaltung  

Schmitt, Pfarrer

Schübel, Bürgermeister                           Simon, Pfleger

 


Ob und in welcher Höhe daraufhin Spenden einliefen, ist mir leider nicht bekannt. Im Auftrag von Kirchenpfleger Simon schrieb seine Tochter „Bettelbrief in alle Welt“, nicht ohne Erfolg.

Wegen der Stylrichtung der neuen Kirche waren die Stadtsteinacher einig: Sie sollte der abgebrannten ähnlich sein, also im Neurokokostil erbaut und eingerichtet werden. Zustimmung fanden die Pläne von Professor Josef Schmitz aus Nürnberg, der wenige Jahre vorher die Adalbero-Kirche in Würzburg errichtet hatte. Der Grundstein zur neuen Kirche wurde am 9. Oktober 1904 gelegt, mit Grundsteinlegungsurkunde, Kapsel und Erzbischöflichen Siegel. Th. Vonwerden von der Firma Bieber & Vonwerden in Nürnberg hatte die Bauleitung. Der Rohbau ging zügig voran und kostete 120000 Mark. Als Baumaterial diente Sandstein für Fenster- und Eckenfassungen, sonst Kalkbruchstein.

 


6. Die Innenausstattung der neuen Kirche

Am 7. November 1905 weihte Erzbischof Friedrich Philipp von Abert die neue Kirche ein. Pfarrer Schmitt war um diese Zeit krank und bat um Verschiebung de Festaktes, doch ohne Erfolg. Im September 1905 waren aus einer Bamberger Gießerei die Glocken eingetroffen; deren größte hatten der Pfarrer, der Bürgermeister und mehrere Stadtsteinacher Bürger gestiftet.

Eine weitere Glocke schenkten der Pfarrgemeinde zehn Geistliche, die hier als Kapläne gewirkt hatten, Gestühl sah die neue Kirche nicht vor. Oktober 1906: Einige Kleinplastik-Figuren hatte man aus der brennenden Kirche geholt: Kreuzgruppen, die Heiligen Heinrich und Kunigunda, Joachim und Anna, Sebastian usw.; die durften nun die nackten Wände zieren. Im November 1905 hat der Guardian aus Maienweiher den „neuen“ Kreuzweg benediciert: 13 Kreuzwegstationen waren beim Kirchebrand gerettet worden; sie wurden durch Kunstmaler Karl Throll, München einer Restaurierung unterzogen; die 14. Station fertigte Throll neu an. Alle die Kreuzwegstationen betreffenden Ausgaben, 2045 Mark, wurden „von einem Guttäter gestiftet“. In der abgebrannten Kirche hing am Kanzeldeckel ein Halbrelief von Johann Georg Stöhr aus dem Jahren 1717: „Personifizierung der (damals bekannten) vier Erdteile (ohne Australien)“. Dass dieses Halbrelief während des Brandes abgenommen und später, vermutlich 1935, an der Kanzel der neuen Kirche wieder angebracht wurde, scheint mir bemerkenswert. Im Kircheraum herrschte lange Zeit gähnende Leere. Im Jahre 1910 wurde eine Orgel eingerichtet. Darüber berichtete das „Bamberger Volksblatt“, kritisierte aber, unsere Kirche habe „noch keinen Hochaltar, überhaupt keinen Altar, keine Kanzel, keine Kommunionbank, keine Beichtstühle, alles nur provisorisch und notdürftig“. Nach einem Bericht vom August 1912 waren in unserer Kirche „nur die Kirchenstühle für das Volk und die Orgel“ vorhanden, „ferner die Kreuzwegstationen“.

Um diese Zeit ließ Prof. Schmitz für die Innenausstattung der Kirche einen Wettbewerb ausschreiben, den der Münchner Architekt A. Bachmann gewann. Zunächst kümmerte sich Bachmann um Kirchendecke und Hochaltar: 1912 gestaltete die Firma Ludwig Egen aus Cham den Deckestuck. Das Altarblatt, darstellend den Kampf des Erzengels Michael, des Kirchenpatrons, fertigte 1913 Max Colombo aus München. Seitlich stehen Holzplastik-Figuren der Heiligen Barbara und Margaretha, gefertigt 1915/16 durch den Münchner Professor Thomas Buscher. Sowohl für das Gemälde aus auch für die Figuren leistete der bayerische König Ludwig III. einen finanziellen Beitrag.

7. Kriegszeit und Inflation

Inzwischen war der Erste Weltkrieg (1914-1918) ausgebrochen. Es war eine Zeit voller Angst, Not und Leid; auch Jahre nach Kriegsende hielt die Not an. 1916 verstarb Pfarrer Schmitt im 79. Lebensjahr. Sein Nachfolger Michael Dötzer (1916-1922) war ein eifriger Seelsorger, doch für die Verschönerung der fehlten ihm die Mittel. Dötzer litt übrigens an Magenkrebs und starb im Alter von nur 51 Jahren.

Sein Nachfolger Johann Hart (1922-1936) ging mit großem Eifer ans Werk. Am 2. Weihnachtsfeiertag 1922 hielt er eine Predigt mit dem Thema „Ausgestaltung der Kirche“, die begeistert aufgenommen wurde. Daraufhin veranstaltete man eine Haussammlung, die neben reichen Sachspenden 5 Millionen Mark erbrachte. (Das Deutsche Reich steckte zur Jahreswende 1922/23 Mitte in der „Inflation“, die eine stetig fortschreitende und sich beschleunigende Geldentwertung brachte. Im Herbst 1923 bezahlte man eine Billion Papiermark für eine „Rentenmark“, die neue Währung.) Die Spenden, so berichtet Hart, wurden mit einer rührenden Freudigkeit gegeben; kein Haus schloss sich aus. Laut Vertrag vom 14. Januar 1923 verpflichtet sich Architekt Bachmann, seine so lange unterbrochenen Arbeiten wieder aufzunehmen und bis spätestens 1. Juli 1923 zu vollenden: den Herz-Jesu-Altar mit Herz-Jesu-Statue (rechts), den Marienaltar mit Pietà (links), die Kanzel, vier Beichtstühle, zwei Chorstühle, drein Innentüren mit Windfängen, zwei Glasgemälde hinter dem Hochaltar, ein großes Missionskreuz gegenüber der Kanzel; dazu kamen noch Stuckverzierungen und dergleichen, ferner ein Thronsessel.

 

Architekt Bachmann hat seinen Vertrag eingehalten. Am 29. Juni 1923 (Peter und Paul) konnte Pfarrer Hart erstmals auf der neuen Kanzel predigen. Die Pfarrkinder, so berichtet Hart, waren begeistert bei Anblick der prächtigen Kirche; auch Fremde seien voll des Lobes gewesen. Am genannten Tag teilte Hart der Gemeinde mit, dass sämtliche Rechnungen bezahlt seien - obwohl die Arbeiten nicht, vie veranschlagt, 7 Millionen, sondern 37 Millionen Papiermark gekostet hatten. Mit der monatlich fortschreitenden Entwertung des Geldes waren die Arbeitslöhne immer mehr angestiegen; auch das Material musste immer teurer eingekauft werden. Jedoch konnte die geschäftstüchtige Kirchenverwaltung das gestiftete Holz und Getreide um entsprechend höhere Preise an den Mann bringen. Pfarrer Hart und Kirchenverwaltung verdienen für diese ganze Aktion, unter solch ungünstigen Bedingungen durchgeführt, unsere Bewunderung. Am 31. Juli 1929 wurde Hart Ehrenbürger von Stadtsteinach

 

In den Dreißiger Jahren bekam die Kirche neue Seitenaltäre, gestaltet durch Professor Henselmann. Im Übrigen überstand sie so, wie Hart sie eingerichtet hatte, den Zweiten Weltkrieg, die folgenden Notjahre, aber auch Jahre des beginnenden Wohlstands. Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils (1962-1965) forderten Änderungen im Chorraum. Aber dies steht auf einem anderen Blatt

 

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Letzte Änderung: 29. Dezember 2005
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