1774 - 1903

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Geschichte der Pfarrei St. Michael Stadtsteinach

Auszüge aus Beiträgen von Günther Heß und Anton Nagel
zusammengestellt von Reinhold Rogen

Bis zum Jahre 1866 war das Gotteshaus eine reine Barockkirche mit einer reichen Ausstattung, wie sie heute noch in der Wallfahrtskirche Marienweiher zu finden ist. Durch viele Veränderungen wurde das barocke Kunstwerk „verhunzt“ (Heimatforscher Simon Köstner):

Auf dem Fußboden aus gelbem Sandstein legte man eine 40 cm dicke Zementschicht. Die beiden Seitenaltäre, reich vergoldet, wurden mit Ölfarben übermalt. Die geschnitzten Beichtstühle wurden herausgerissen. Die alte Orgel mit ihrem geschnitzten Gehäuse wurde entfernt. Kirchenstühle und Kommunionbank wurden herausgenommen und durch gradlinige gotische Betstühle ersetzt.

Trotz all dieser Verunstaltungen enthielt die Rokokokirche um 1900 noch viel Schönes. Einige Figuren haben den Brand überstanden und sind auch heute in unserer Kirche zu bewundern:

Hl. Joachim  

      


(1712 von Joh. Georg Bär
, rechts und links vom Haupteingang)

 

 Hl. Anna


Der 26. Februar 1903 war ein Unglückstag in der Geschichte der Stadt:


Gegen 11 Uhr brannte die Kapellmühle am Mühlbach, vom Volksmund „Kappermühle“ genannt. Vermutlich war das Feuer durch zündelnde Kinder entstanden. In kürzester Zeit war die Mühle sowie ein danebenstehender Stadel heruntergebrannt. Ein starker Wind trieb die Funken und kleine Holzteile hoch in die Luft, den Hang hoch, gerade auf den Kirchturm zu, der ja an der Ostseite der Kirche stand. Vermutlich fingen dabei die Dohlennester Feuer. Das Feuer verbreitete sich über die Dachsparren.

Die Bürger der Stadt bemerkten zunächst nichts. Der Türmer weilte zu dieser Zeit in Kulmbach um einzukaufen. Die Feuerwehr bemühte sich den Brand bei der Kapellmühle zu ersticken. Da erscholl der Ruf: „Die Kirche brennt!“

Doch zu diesem Zeitpunkt war das Unheil nicht mehr abzuwenden. Das Feuer breitete sich im Kirchturm rasch aus. Dichter Rauch verfinsterte die Kirche und die Gebäude am Marktplatz. Die Feuerwehren mussten sich auf den Schutz der umstehenden Häuser beschränken.

Aus der brennenden Kirche holte Kaplan Meier unter Einsatz seines Lebens das Allerheiligste heraus. Einige Bilder (Kreuzwegstationen) und Figuren konnten noch gerettet werden.

Nach zwei Stunden war die Kirche völlig ausgebrannt. Lediglich die Grundmauern waren erhalten geblieben.

Blick vom Haus Knoll (links)
und Benefiziatenhaus (rechts)
zur verbrannten Kirche

 

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Letzte Änderung: 18. Juli 2005
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