1903 bis jetzt

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Geschichte der Pfarrei St. Michael Stadtsteinach

Auszüge aus Beiträgen von Günther Heß und Anton Nagel
zusammengestellt von Reinhold Rogen

Der damalige Pfarrer, Andreas Schmitt, (1892 – 1916) konnte sich auf eine Pfarrgemeinde stützen, die an Hilfsbereitschaft und Opferwillen nicht zu übertreffen war. Mit Hand – und Spanndiensten vieler freiwilliger Helfer wurde der Turm abgetragen.

Die Planung der neuen Kirche lieferte Prof. Josef Schmitz als Nürnberg, ein geschätzter Kirchenbaumeister. Architekt Th. Vonwerden aus Nürnberg übernahm die Bauleitung.

Die Situation der damaligen Zeit zeigt gut der Aufruf der Kath. Kirchenverwaltung vom 6. April 1904:

Herzliche Bitte!

Die Kirche war mit Rücksicht auf ihre isolierte Lage bloß mit 33 970 M brandversichert. Der die Baulast tragenden Kirchenstiftung stehen nur incl. der Brandentschädigung c.45 000 M an Baukapital zu Gebote, während die Kosten des Rohbaues dem Voranschlage gemäß sich auf 162 000 M belaufen. Hierzu der Aufwand für die innere Einrichtung als da sind Altäre, Glocken, Orgel usw. ergibt sich eine Bedarfssumme von mindestens 200 000 M.

Die hiesige c.2400 Einwohner zählende Pfarrgemeinde, die zur Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnisse auf eine c 200 Menschen fassende Kapelle angewiesen ist, besteht vorzugsweise aus Kleingütlern, Handwerkern und Tagarbeitern, für welche wegen der unvermeidlichen drückenden Umlagen eine schwere Zeit anbricht.

In unserer Not wenden wir uns an alle teilnahmesvollen Herzen mit der dringenden Bitte, eine Scherflein zu unserem Kirchenbau beizutragen. Gott wird es ihm lohnen

Hiezu erlauben wir uns zu bemerken, daß seine Königliche Hoheit Prinzregent Luitpold in Rücksicht auf die traurige Lage der Pfarrgemeinde Stadtsteinach unterm 13. Februar d. Jrs. die Erlassung eines öffentlichen Aufrufs in den Zeitungen des Königreichs Bayern allergnadigst zu bewilligen geruht haben.

 

Stadtsteinach, den 6.April 1904

Die kath. Kirchenverwaltung

Schmitt, Pfarrer

Schübel, Bürgermeister     Simon, Pfleger“

 

Man einigte sich schnell, die Kirche in Neurokoko zu gestalten. Die Mauer des abgebrannten Turms wurde abgetragen- der neue Turm an der Westseite neu erbaut. Reste der alten Kirche – insbesondere die Sandsteine wurden mitverwendet

Anfang 1905 war der Rohbau beendet, der 120 000 Mark kostete.

Am 7. November 1905 wurde die neue Kirche von Erzbischof Friedrich Philipp von Abert eingeweiht.

In den folgenden Jahren wurde nach den Plänen des Münchner Architekten Anton Bachmann die Inneneinrichtung gestaltet – u.a. 1912 unser jetziger Hochaltar, in Anlehnung an den Hochaltar von Marienweiher: Altarblatt mit St Michael im Kampf mit Luzifer – 1915 Hl. Margarete rechts und Hl. Barbara links vom Hochaltar.

Dann kam wieder eine schwere Zeit: Der Erste Weltkrieg, das Nachkriegselend, die Inflation. 1922 trat Pfarrer Johann Hart (1922 – 1936) seine neue Pfarrstelle hier in Stadtsteinach an. Am 2. Weihnachtsfeiertag 1922 hielt er eine begeisternde Predigt mit dem Thema „Ausgestaltung der Kirche“. Eine folgende Hausammlung erbrachte 5 Millionen Mark. Viele Sachspenden kamen dazu. Kein Haushalt in der Pfarrei schloss sich aus. So konnte Architekt Bachmann seine Arbeit forsetzen – Seitenaltäre, die Kanzel, das große Missionskreuz gegenüber der Kanzel, Stuckverzierungen u. a. entstanden

Am 23 Juni 1923 predigte Pfarrer Hart zum ersten Mal von der Kanzel: Pfarrkinder, Freunde und Gäste sind voll des Lobes und begeistert beim Anblick der prächtigen Kirche..

Alle Rechnungen sind bar bezahlt, obwohl die Arbeiten statt sieben insgesamt 37 Millionen kosteten. Die Kosten für Löhne und Materialien waren wegen der fortschreitenden Geldentwertung immer mehr angestiegen. Die geschäftstüchtige Kirchenverwaltung verstand es, die Sachspenden, wie Holz und Getreide, gut zu verkaufen.

Im zweiten Weltkrieg – am 5. Mai 1942 – wurden drei Glocken vom Turm der Pfarrkirche sowie die Glocke von der Marienkapelle abgenommen. Ein besonderer Glücksfall war es, dass die Glocken bis zum Kriegsende nicht eingeschmolzen wurden. Sie kehrten 1947 unbeschädigt zurück.

Pfarrer Dr. Ferdinand Klopf 1936 – 1951, errichtete 1946 den Kindergarten

Pfarrer Alois Kappauf 1951 – 1968 ließ unsere Kirche 1962 restaurieren, 1964 ein Heizung einbauen und 1965 eine Lautsprecheranlage installieren.

Pfarrer Sebastian Butterhof 1968 – 1971 gestaltete den Chorraum um gemäß den Richtlinien des II. Vatikanischen Konzils.

Pfarrer Wolfram Michel 1971 – 1996 ließ die Kirche gründlich restaurieren und einen neuen Kindergarten erbauen.

Pfarrer Hans Roppelt 1996 - heute

Wir freuen uns über unserer herrliches Gotteshaus, wo wir uns versammeln, um Gott zu danken, zu bitten und zu preisen.

Wir danken unseren Vorfahren, die unter größten Entbehrungen und Opfern dieses Gotteshaus erbaut haben.

 

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Letzte Änderung: 29. Dezember 2005
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